Ermöglichungspastoral – Praxisbeispiele…

Bild: josue-isai-ramos-figueroa-741921-unsplash

… innerhalb klassischer Felder, wie der Sakramentenpastoral, stellen die Beteiligten vor spannende Herausforderungen.

Sakramente sind Ausdruck und Feier der persönlich initimen Beziehung zwischen Gott und einer Person. Sie bezeichnen die Wirklichkeit der bedingungslosen Liebe Gottes, die nicht rechnet und keine Bedingungen stellt. Der Liebe Gottes reicht es offenbar, dass ein Mensch da ist und in irgendeiner Form seine Sehnsucht zum Ausdruck bringt.

Was braucht diese Person, die sich auf den Empfang eines Sakramentes vorbereitet? Wie geht es ihr? Was sind ihre Fragen, Sehnsüchte, Begabungen? Wovor hat sie Angst, wie gestaltet sie ihr Leben? Welche Geschichte hat sie? – Gott vollzieht seine Liebe in der Lebenswirklichkeit einer ganz konkreten Person, unter anderem in der Wirklichkeit eines Sakramentes.

Firmvorbereitung

Im Dekanat Mainz-Süd werden die Jugendlichen erstmalig auf Dekanatebene eingeladen, sich auf das Sakrament der Firmung vorzubereiten. Auf Dekanatebene ist mehr möglich. 250 Jugendliche können aus 15 Optionen das wählen, was für sie am Besten passt. Zum großen Teil haben diese Möglichkeiten in sich viel Gestaltungs – und Differenzierungspotential und fragen intensiv, was die einzelne Person braucht und auch einbringen möchte. Die einzelnen konkreten Angebote sind zeitlich und von den Schwerpunkten her sehr unterschiedlich und kaum miteinander vergleichbar. Es besteht auch die Möglichkeit, in einem Einzel- oder verabredeten Gruppengespräch den Weg der Vorbereitung individuell oder für eine Kleingruppe zu entwickeln. So folgt die Firmvorbereitung der Vision, jeden Jugendlichen in seiner Persönlichkeit und seinen Lebenskontexten ernst zu nehmen.

Ja, das hat Auswirkungen auf das traditionelle Gefüge einer Pfarrei. Es gibt im ganzen Dekanat Mainz-Süd nun keine kirchturm- und gruppenstundenorientierte Firmvorbereitung mehr, die ein junger Mann neulich verwundert einklagte (übrigens – kaum einer der 250 Jugendlichen wollte Gruppenstunden vor Ort…). Es gibt keine Vorbereitung, die, ganz nebenbei, dem jungen Menschen sagt, dass es gut für ihn ist, sich an seine Wohnortpfarrei zu binden und am Besten auch die Gelegenheit nutzt, nun auch durch sein „Ja“ in der Firmung ernst zu machen und sich deshalb beim nächsten Pfarrfest beim Würstchenstand zu engagieren und für den Erhalt traditioneller Strukturen zu sorgen, wenn er schon kein Messdiener oder PGR-Mitglied ist. Die Jugendlichen haben sich in der Vorbereitung bereits die Freiheit genommen, die ihnen im Sakrament der Firmung zugesprochen werden wird. Sie haben aus einem breiten Angebot für einen bestimmten Zeitraum ihren Platz gewählt und gefunden, so wie sie auch zukünftig mitten in der Welt, die größer ist als die Heimatpfarrei, ihren Platz als Christ finden werden. Es gibt nun eine Vorbereitung, die dem Anspruch Jesu folgt, jede Person wertzuschätzen und ernst zu nehmen. Sie stärkt die Jugendlichen in ihrer Gottesbeziehung und transportiert die Erfahrung, dass Kirche (im eingangs beschriebenen Sinne) dort lebendig ist, wo Menschen miteinander ihr persönliches Leben auf Gott hin deuten, ihre Erfahungen teilen, weitergeben und manchmal sogar feiern.

S. auch www.dekanat-mainz-sued.de ( unter Dekanat vernetzt / Firmung)

Erstkommunionvorbereitung

s. http://www.futur2.org/article/ermoeglichungspastoral-ein-selbstversuch/

Weitere Praxiserfahrungen folgen.

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